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Kunst ist das Veränderbare. Sie selbst verändert sich immerwährend. Mögen sich manche ihrer Merkmale zu Ikonen verfestigt haben, hat sie sich selbst wieder über den nächsten Pass in eine weitere Erscheinbarkeit begeben. Ein neuer Plan wird entworfen, noch während der gegenwärtige verworfen wird, noch während dieser ergründet wird, noch während dieser kopiert wird. Und schließlich ist es bloß noch die Kopie, von der die Behauptung des Kunstverstandes ausgeht. Es ist die Nachbereitung des Plans, die erläutert, was gewesen war. Unsinnigerweise steht so die Erklärung der Erkenntnis im Wege. So kann auch die Ware geklärt und erklärt werden. Aber hat es je eine Ware der Erkenntnis gegeben? Vernissage am Donnerstag, den 26. April, um 20 Uhr.
Ausstellungsdauer: 26.4-17.6.2012 Zeiten: Do. + Fr. 14-18 Uhr Sa. 12-16 Uhr
Falkenberg Galerie für neue Kunst 30449 Hannover Falkenstr. 21A, Hofgebäude
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Ingo Lie arbeitet in komplexen thematischen Zusammenhängen. Seine Werke entstehen als Teil eines umfassenden Ganzen, das nicht selten ein konzises Gedankengebäude ist, in dem die Welt auf den Ebenen des kleinteilig Alltäglichen wie des philosophisch Umfassenden ihr Bild findet. So sind inhaltlich gebundene Werkblöcke entstanden, die motivisch-programmatischen Titeln folgen wie »Sonnenfinsternis«, »Gottesmaschinen«, »Rot und Blau« oder »Babylon«. Lies Bildwelten sind Gedankenbilder, Abbilder der Welt und gleichsam Gegenwelt des Realen. Denn in den Thesen zur Gestalt der Welt liegen als befruchtender Kern die Maximen zu ihrer möglichen Gestaltung, d.h. Lehrsätze zur Erhaltung der Welt im Zeitalter ihrer Bedrohung. Fragwürdigkeit wird in diesen Zusammenhängen zur Methode. Denn Lies Werke sind fragwürdig im besten Sinne. Sie setzen den staunend fragenden Menschen voraus und somit ins Bild. So befragen die Werke die Natur der allzu menschlichen Begründungsschemata, die Skyscraper aus Kausalketten, die gedanklichen Raster, Cluster und ähnliche Prothesen, mit denen der Mensch die Welt, erklärend zu stabilisieren sucht. Lies künstlerische Welten visieren einen Fluchtpunkt an, der einen anderen Blick auf die Welt möglich macht. Anvisiert wird hier ein Sehen, das seine eigenen Koordinaten der Betrachtung setzt und dabei die sattsam bekannten, konditionierten Navigationsbahnen des »so sieht es eben aus« lichtend sprengt. Carsten Ahrens ![]() Foto: Walter Schoendorf |

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